Angebotspreis finden: so setzt du den Preis für dein Haus fest
Der Angebotspreis ist der Preis, mit dem du dein Haus oder deine Wohnung inserierst. Er entscheidet, wer anfragt und wie schnell du verkaufst. Ist er zu hoch, steht das Inserat wochenlang online, und jede spätere Senkung wirkt wie ein Eingeständnis. Ist er zu niedrig, verschenkst du Geld. Diese Wege helfen dir, einen realistischen Preis zu finden.
Kurz gesagt: Schau dir mehrere Quellen an – Quadratmeterpreise für deine Lage, vergleichbare Angebote und, wo verfügbar, den Marktbericht des Gutachterausschusses. Passe den Wert an Zustand und Ausstattung an und plane etwas Spielraum für die Verhandlung ein.
Angebotspreis, Kaufpreis, Verkehrswert
- Der Angebotspreis ist dein Startpunkt in der Anzeige.
- Der Kaufpreis ist, was ihr am Ende beim Notar vereinbart. Er liegt oft etwas unter dem Angebotspreis.
- Der Verkehrswert ist der Wert, den ein Sachverständiger nach festen Regeln ermittelt (§ 194 Baugesetzbuch). Ihn brauchst du für einen Verkauf nicht unbedingt, wohl aber etwa im Streit unter Erben oder gegenüber dem Finanzamt.
Wege zum Preis
Quadratmeterpreise für deine Lage
Preiskarten im Internet zeigen durchschnittliche Angebotspreise je Quadratmeter Wohnfläche, oft bis auf die Straße genau. Den Wert multiplizierst du mit deiner Wohnfläche. Beispiel: 2.600 Euro je Quadratmeter mal 128 Quadratmeter ergibt 332.800 Euro. Das ist ein guter erster Anhaltspunkt – aber ein Durchschnitt, der dein Haus noch nicht kennt.
Vergleichbare Angebote
Such auf den Immobilienportalen nach Objekten in deiner Gegend mit ähnlicher Größe, ähnlichem Baujahr und Zustand. Denk daran: Das sind Angebotspreise, nicht die Preise, zu denen tatsächlich verkauft wurde. Angebote, die schon lange online stehen, sind oft zu teuer.
Gutachterausschuss: Bodenrichtwert und Marktbericht
Die Gutachterausschüsse der Kreise und Städte sammeln die tatsächlichen Kaufpreise aus den Notarverträgen. Daraus veröffentlichen sie:
- Bodenrichtwerte – den durchschnittlichen Wert des Bodens je Quadratmeter Grundstück. In vielen Ländern kostenlos online, etwa über das Portal BORIS des jeweiligen Landes.
- Grundstücksmarktberichte – mit Durchschnittspreisen für Häuser und Wohnungen, teils als Immobilienrichtwerte. Manche sind kostenlos, für andere fällt eine Gebühr an.
Sachverständige
Ein Verkehrswertgutachten ist die genaueste, aber auch teuerste Lösung – für ein Einfamilienhaus oft deutlich über 1.000 Euro. Günstiger sind Kurzgutachten. Sinnvoll ist ein Gutachten vor allem, wenn mehrere Erben sich einigen müssen, bei einer Scheidung oder wenn das Finanzamt einen Nachweis verlangt.
Was den Preis nach oben oder unten bewegt
- Zustand und Modernisierung: neues Dach, neue Heizung, neue Fenster oder ein modernes Bad heben den Wert; ein Sanierungsstau senkt ihn deutlich.
- Energieeffizienz: Käufer rechnen die Kosten für Heizung und Sanierung mit ein.
- Lage im Ort: ruhige Seitenstraße oder Durchgangsstraße, Nähe zu Schule, Einkauf und Bahn.
- Grundstück, Grundriss, Stellplatz: ein großer Garten, ein durchdachter Grundriss, eine Garage oder ein Balkon machen einen Unterschied.
Den Preis festlegen
Setz den Angebotspreis so, dass er zu den Vergleichswerten passt, und plane einen kleinen Spielraum für die Verhandlung ein. Lass dich nicht von dem leiten, was du selbst investiert hast oder was du für eine neue Wohnung brauchst – Käufer zahlen den Marktpreis. Kommen nach zwei, drei Wochen kaum Anfragen, ist der Preis vermutlich zu hoch.
So hilft Heimverkauf
Heimverkauf rechnet keinen Marktwert und erstellt kein Gutachten. Die App zeigt dir Schritt für Schritt, wo du den durchschnittlichen Quadratmeterpreis deiner Straße kostenlos nachschlägst, und rechnet ihn mit deiner Wohnfläche zum Angebotspreis hoch. Bei einer vermieteten Wohnung siehst du gleich die Mietrendite. Den Preis legst du selbst fest.